Fan von … Mauricia

Fan von … Mauricia

Name: Mauricia von Siegler

Beruf: Politikwissenschaftlerin

Sportbezug: Laufsport, Trailrunning

Instagram: rastamasie_1992.

Meine Story:

Ich habe immer schon gerne Sport gemacht und bin auch noch immer total sportbegeistert. Kampfsport war jahrelang meine Passion und ich habe auch mehrere Jahre Kinder trainiert. Seit einigen Jahren aber laufe ich lieber.

Meinen ersten richtigen Lauf bin ich erst in der 10. Klasse bei der Schulmarathonstaffel im Rahmen des Bonner Marathons gelaufen. Die letzten 7km der Marathonstaffel waren mein Part und ich bin voller Freude ins Ziel gelaufen. Es war ein unvergesslicher Endorphin-kick. Das war im Frühjahr 2008. Einige Monate später begann mein High School Jahr in den USA. Es war wohl Schicksal, dass mich eine Gruppe junger 16-jähriger Schülerinnen mittags in der Kantine ansprachen, ob ich Lust habe, mit ihnen nach der Schule zu laufen. Naiv und neu wie ich war, begann mit einem einfach „ja“ meine Love-Hate-Beziehung zu Cross Country.

Die folgenden Monate war ich Teil eines hochdisziplinierten Clubs mit knapp 20 Jungen und Mädchen und drei Trainern, der seit den 1970er Jahren fast alle Preise gewann, die man in der Division des High School Cross Country Laufes im Bundesstaat Missouri gewinnen konnte. Cross Country ist ein Querfeld-Einlauf, in dem es mehr darum geht vor allem lange, ausgiebig und hügelige Strecken zumeist in Parks, Wäldern, Felder oder Golfplätzen, zu laufen. Ich ließ mich treiben, ohne Erwartungen und mit viel Muskelkater begann ich langsam zu verstehen, wie viel der Laufsport einem Menschen mit knapp 17 Jahren geben kann: Mentale Stärke, Durchhaltevermögen – auch wenn es mal anstrengend wird, nicht aufzugeben. Im Team zu denken, aber auch auf seinen Körper zu hören.

Besonders faszinierend fand ich die Wettkämpfe. Die Saison begann und damit begann auch das Messen der High Schools in der Umgebung im Laufsport. Ca. 500 Schülerinnen und Schüler kamen fast jeden Samstag von September bis Anfang November zusammen, um eine 5km Strecke in einer möglichst schneller Zeit zu rennen. 3.2 Miles. Einfach nur ballern. Vor jedem Meet, oder Wettkampf, haben wir uns die Strecke vorher angeschaut, sind sie gelaufen, um bei jedem Meter noch die besten Sekunden rauszuholen. Vorbereitung war ein wichtiger Teil des Laufes, wie ich während eines Laufwettkampfes noch sehr schmerzlich erfahren musste. Während dieser Cross Country Zeit bin ich während eines Laufes dehydriert, hatte eine Sportverletzung und musste zwei Wettkämpfe aussetzen. Während meiner Cross Country Zeit habe ich aber auch erfahren, wie es ist, im Team zu laufen, so schnell zu laufen, dass du das Gefühl hast, dass du fliegst und wie es sich anfühlt, Landesmeister im Team zu werden. Ein sagenhaftes Gefühl voller Glück, Freude und Dankbarkeit. In diesem Jahr war ich viele Male so unfassbar dankbar für jede Erfahrung, egal wie „schlimm“ sie vermeintlich auch war.

Das Laufen hat mich seit dem immer begleitet. Manchmal mehr, manchmal weniger, aber ich wusste und weiß bis heute, wie sehr mich der Laufsport prägt. Ich könnte auch sagen: Ich laufe, also bin ich. Was ich allerdings schmerzlich lernen musste, ist, dass ich kein Streakrunner bin. Also eine Läuferin, die jeden Tag laufen kann. Mein Körper braucht mindestens einen Tag Pause, um sich zu regenerieren. Je nach Laufeinheit auch mal zwei Tage.

Seit 2008 bin ich unzählige Volksläufe im Rheinland und Westerwald, viele Trainingsläufe im Wald und 3x den Halbmarathon (zweimal in Bonn und einmal in Köln) gelaufen und erkenne erst jetzt wieder – nach einiger längeren On-Off Beziehung mit dem Laufen – wie sehr ich den einfach Bewegungsablauf beim Laufen liebe. Der Rhythmus, die einfach Routine einen Fuß vor den anderen zu setzen und dabei immer gleich ein und aus zu atmen. Je nach Strecke auch ein paar Höhenmeter zurückzulegen und mittlerweile auch mal anzuhalten, um die Umgebung, die Landschaft oder mal einen wunderschönen Sonnenaufgang zu beobachten.

Ich habe seit einigen Jahren schon, bedingt durch das Cross Country Laufen, das Laufen im Wald für mich entdeckt und liebe es daher auf Waldwegen, Singletrails und ekligen Anstiegen mich Abzumühen. Warum? Weil es einfach geil ist, zu sehen, wie stark dein Wille sein kann und wie stark deine Beine und dein gesamter Bewegungsapparat von deinem Willen mitgezogen werden kann. Mein Coach damals beim Cross Country sagte mir mal, dass Laufen zu 80% Kopfsache, also mentale Stärke bedeutet und zu 20% körperliche Fitness. Du kannst noch so talentiert sein und körperlich fit sein. Wenn dein Kopf, dein Mindset, dein Wille nicht vorhanden ist, kannst du es vergessen. So geht es mir oft, wenn ich mit mir selbst diskutiere, ob ich heute oder doch lieber morgen wieder laufen gehen soll. Dieser allzu bekannte und beliebte Kampf mit dem inneren Schweinehund. Ich gehe dann in mich und schaue, wie es mir wirklich geht. Oft sage ich dann nach einer kurzen Meditation, ich gehe doch meine Laufeinheit absolvieren, weil ich danach viel ruhiger und entspannter bin.

Laufen ist für mich somit viel mehr als reine Fitness. Es geht um meine geistige und seelische Balance. Die 80% Kopfsache hatte ich viele Monate nicht mehr. Erst seit kurzem habe ich gemerkt, wie therapeutisch sich laufen auf mein Leben auswirkt und es mir hilft, in Unruhephasen mich zu beruhigen.

Kurzum: Ich laufe, weil es mir vor allem mental hilft. Kürzlich war ich noch in Luxemburg auf dem Müllerthal Trail unterwegs und dort habe ich erst wieder gelernt, wie hammer es ist, einfach nur zu laufen. Ohne auf die Uhr zu achten, sondern immer wieder in mich rein zu hören, ob alles sich gut anfühlt und gleichzeitig diese wunderschöne Umgebung mit allen Sinnen aufzunehmen. Das ist für mich Laufen. Die Wettkämpfe in der Vergangenheit waren sehr schöne Erfahrungen, die Zeiten, die ich mal gelaufen bin, waren super schnell, aber das eigentliche Lauferlebnis, die Selbsterfahrung mal auch manchmal mich zu pushen über den nächsten Berg, das ist es, was das Trailrunning im Wald sowie Feldern oder das Laufen in der Stadt für mich so einzigartig macht. Wobei ich den Wald eher einem Stadtlauf vorziehe, aber eine Stadt erlaufen hat auch manchmal seinen Charme. Ich bin einmal die Innenstadt und den See von Münster komplett abgelaufen und es war einer der schönsten Lauftouren, die ich jemals hatte. Ich laufe keine Rekorde mehr und brauche keine riesigen Laufevents mehr. Ich bin glücklich wenn ich meine 7 bis 8 Minuten pro Kilometer durch die Lande trabe, dabei noch nette Menschen kennen lernen darf oder auch einfach in mich hineinhorche und spüre, wie sehr mich das Lauferlebnis erfüllt.

Mein Tipp an andere: 

Ich habe drei wichtige Punkte für alle Mädels und Frauen da draußen:

  1. Lauft los – macht. Es ist egal, wie langsam ihr seid. Wichtig ist, dass ihr Spaß an der Bewegung habt. Nur fangt an. Sagt nicht: morgen oder übermorgen kaufe ich mir mal dann Laufschuhe. Nein, lieber heute die Schuhe kaufen und los geht’s. Am Anfang sind 20 Minuten top. Ich habe mit 30 Minuten beim Cross Country angefangen. Und wenn Laufsport absolut nichts für euch ist, dann sucht euch einen anderen Sport. Nur wichtig ist, dass ihr in Bewegung bleibt ☺ .
  2. Pausen machen ist kein Verbrechen. Ich mache auch oft Gehpausen, wenn ich merke, es ist mir gerade zu viel oder die Steigung jagt meinen Puls zu hoch. Lieber ein paar Minütchen gehen und sich lockern oder auch stehen bleiben und sich dehnen und danach wieder locker weiter traben.
  3. Vergleicht euch nicht mit anderen. Du bist, wie du bist und wenn man die Kilometer nicht in 5 Minuten runterballern kann, ist das absolut nicht schlimm. Ich war mal eine 5 Minuten/Km Meisterballerin, aber mittlerweile genieße ich lieber die Umgebung und mache mir weniger Sorgen wie langsam oder schnell ich gelaufen bin. Hauptsache, ich bin gelaufen und hatte einen Mega Spaß dabei. Lustig finde ich vor allem die Blicke, wenn man Freudestrahlend noch beim Laufen andere Läufer oder Passanten grüßen kann. Wichtig ist also, dass man sich wohlfühlt und danach vielleicht etwas erschöpft, aber glücklich unter der Dusche steht und sich denkt: Wow, ich bin gerade 10km gelaufen und habe es noch nicht mal gemerkt, weil ich die Umgebung und alles so geil fand.
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