Über Uns

Die Köpfe hinter dieser Seite.

Fan von DIR stellt sich vor

Mädchen und Sport? – das passt nicht. Denken einige. Nicht alle. Aber noch zu viele. Du siehst gar nicht so aus als spielst du Football oder Fußball oder Handball oder oder oder. Ist das nicht zu gefährlich? Das ist doch kein Mädchensport! Ach nein? Was ist denn ein Mädchensport?

Das Schlimme daran: Auch Frauen diskriminieren Frauen. Reden sich und andere klein. „Mama, ich möchte Fußball spielen.“ „Nein Schatz, dass ist nichts für dich. Das ist ein Jungssport. Mach doch lieber Ballett oder geh zum Reiten.“ (Allerdings wird es wohl für immer das Geheimnis einiger Mütter bleiben, warum Fußball spielen angeblich zu gefährlich ist, es aber vollkommen in Ordnung ist, möglicherweise vom Rücken eines Pferdes zu fallen)

Manch ein Mädchen ignoriert diese Worte und wagt es, einen „Jungssport“ auszuüben oder gar eine Führungsposition im Sport anzustreben…

 

Solche Mädchen sind wir. „WIR“ – das sind Lisa Kalina und Lisa Steffny. Aber auch „IHR“. Die, die in der Pause auch lieber mal mit den Jungs im Dreck gespielt haben, statt immer nur Haare zu flechten. Die, die lieber Ball- oder Kampfsport machen wollten, statt nur gut auszusehen und möglichst wenig zu schwitzen. Und die, denen es egal ist, was andere über sie denken, denn am Ende zählt nur eins: das man selber glücklich ist!

Und genau darum geht es in diesem Blog. Er soll zeigen, dass alles im Sport möglich ist. Auch wenn der Blog sich auf Frauen im Sport begrenzt, hoffen wir, dass er euch vielleicht auch in anderen Lebensbereichen weiterbringt: Egal, ob es darum geht, dass Frauen einen „Männerberuf“ anstreben, Männer einen „Frauenberuf“ oder Jungs einen „Mädchensport“ ausüben wollen – das Prinzip bleibt das Gleiche: Manche Entscheidungen im Leben bedarfen Mut und den wollen wir euch geben. Traut euch! Wir trauen uns auch!

 

Euer Fan von DIR – Team

Bei Facebook findet ihr uns hier.
Bei Instagram findet ihr uns unter @fanvondirblog.

Lisa Steffny

Ihre Liebe zum Fußball hat Lisa ganz eindeutig von ihrem Papa. Entsprechend egal waren ihr schon immer irgendwelche Rollenklischees. 

Beruf: Master-Studentin „International Sport Development and Politics“ an der Deutschen Sporthochschule Köln

Sportbezug: Fußball (Spielerin, Trainerin), Kampfsport, Studium, Praktika u.a. beim Fußball Verband Mittelrhein

Lisa Steffny: Die volle Story

Gesucht: Fußball-Trainer/in für das gemeinnützige Hilfsprojekt KIDsmiling für unseren Standort in Bonn.

Geld verdienen, was Gutes tun und das noch mit Fußball? Klingt gut, denke ich mir und lese weiter.

Voraussetzung: Trainer C-Lizenz und ein einwandfreies Führungszeugnis.

Trainer Lizenz? Check. Einwandfreies Führungszeugnis? Check. Dann steht der Bewerbung eigentlich nichts mehr im Weg. Eigentlich. Denn langsam machen sich Zweifel in mir breit. Ob’s ne gute Idee ist, als junge Frau das zu machen? Bin ja schließlich erst 21 Jahre alt. Und sind bestimmt viele Jungs da. Auch ältere. Die nehmen mich bestimmt nicht ernst…

Naja darüber kann ich mir ja noch später Gedanken machen. Schnell den Lebenslauf aktualisiert, ein Motivationsschreiben rausgehauen und los geht’s.

Nach ein paar Tagen bekomme ich tatsächlich eine Antwort, inklusive einer Einladung zum Bewerbungsgespräch. Wieder Zweifel, wieder zögern und trotzdem sage ich zu. Kostet ja nichts.

Das Bewerbungsgespräch leitet Sabine, die Projektleiterin. Nach ein bisschen Smalltalk, kommt es zum Wesentlichen. Der eine Kandidat würde schon so gut wie feststehen. Ein Mann mittleren Alters, ehemaliger Torwart. Wie ich meine Rolle denn sehen würde? Ich weiß noch, dass ich über die Frage etwas stutzte. Und wie verunsichert ich war, wie ich darauf antworten sollte. Wird von mir erwartet, dass ich eher ein Co-Trainer bin? Das er die Führung übernimmt? Ich entscheide mich schlussendlich dafür, trotz alledem in die Offensive zu gehen:

„Naja, in meinen Augen wären wir gleichberechtigte Partner. Ich habe den Trainerschein, ein wenig Trainererfahrung und spiele zudem schon ziemlich lange selbst Fußball. Ich glaube durchaus, dass ich den Kindern mehr vermitteln kann, als ihnen nur zu zeigen, wie man Hütchen aufstellt. Und ich finde, dass wir uns gut ergänzen würden. Er ist Torwart, ich Stürmerin. Er ist erfahren und strahlt vielleicht dadurch etwas mehr Autorität aus, dafür bin ich näher an den Kindern dran, verstehe ihre Probleme vielleicht noch etwas besser und übernehme dann eher die Rolle des Good Cop. Wir hätten dann beide unsere Stärken, die wir einbringen würden und Punkte, wo wir voneinander lernen können.“

Lisa Steffny

Das scheint sie überzeugt zu haben, denn am Ende habe ich mich gegen mehrere Kandidaten durchgesetzt und die Stelle bekommen. Meine Befürchtung, dass die Kinder mich nicht ernst nehmen, bewahrheitete sich in über einem Jahr Arbeit mit ihnen in keinster Weise. Von Anfang an nahmen sie mich genauso ernst wie meinen Kollegen. Das ich ein Mädchen war, interessierte sie nicht.

Stattdessen lernte ich während meiner Arbeit drei Typen von Mädchen und einen Typ Jungen kennen:

Mädchen Typ 1:

Die, die zwar mit spielten, sich aber selbst gerne darauf reduzierten, dass sie doch „nur Mädchen seien“ und die „Jungs ihnen deswegen nie abspielen bzw. sowieso viel besser sind.“

Mädchen Typ 2:

Die, die selbst nicht mitspielten, die anderen Mädchen aber dann auch noch runtermachten, dass es voll unweiblich sei, da überhaupt mitzuspielen.

Mädchen Typ 3:

Die, die mitspielten und den Jungs zeigten, dass sie auch einiges auf den Kasten haben (Sei Typ 3!, Klar, nicht jeder Einsatz wird belohnt, aber nur wer es überhaupt probiert, kann was erreichen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man jederzeit mit Leistung überzeugen und Vorurteile überwinden kann.)

Jungs Typ 1:

Mädchen, die was auf den Kasten haben, werden akzeptiert, gerne auch früh gewählt und auch bereitwillig angespielt (wenn nicht, liegt es eher daran, dass diese Jungs dann allgemein nicht gerne abspielten). Mädchen, die allerdings durch schreien und jammern auffielen, wurden auch nicht ernstgenommen.

Bestes Beispiel: Eine Junge steht im Tor und sagt: Die Mädchen schießen von hier vorne und Lisa und die Jungs von da hinten. Aber Lisa ist doch auch ein Mädchen? Egal, die schießt aber gut.

Was ich sagen will: Die Arbeit mit den Kindern hat mich einiges gelernt. Und wenn wir ehrlich sind: Niemand ist davor gefeilt, Vorurteile zu haben. Der ist bestimmt nicht so gut, schau ihn dir an, der ist ja ein Kopf kleiner als alle anderen. Puh, die Mädchen sind bestimmt auch nicht so gut. Komm ruhig mal ein paar Schritte näher zum Schießen. Vorurteile zu haben ist menschlich und egal wie sehr wir uns bemühen, wir werden sie nie ganz rausbekommen. Und das ist auch nicht schlimm. Wichtig ist nur, dass wir offen genug sind, über unseren Schatten zu springen und unsere Meinung gegebenenfalls zu revidieren. Und mutig genug sind, jedem zu zeigen, was wir können und nicht direkt aufgeben, wenn es mal nicht auf Anhieb klappt. Oder um es mit den Worten einer der Jungs zu sagen: „Digga, was da los, die hat uns gerade ganz schön nass gemacht!“

Mein Tipp an andere:

An die eigenen Fähigkeiten glauben und sich auf die eigenen Stärken konzentrieren. Du bist nicht unerfahren, sondern nah an der Jugend dran. Du strahlst keine Autorität aus? Falsch, du bist vertrauenswürdig und der perfekte Ansprechpartner bei Problemen. Überlege vorher, was dir als Schwäche ausgelegt werden könnte und mach es zu deiner Stärke.

Die meisten mussten schonmal schmunzeln, wenn sie ihr eigenes Motivationsschreiben gelesen haben. „Ich bin ganz schön toll, wenn ich das so lese.“ Und weißt du was? Ja, bist du. Und du brauchst dich ganz bestimmt nicht dafür zu schämen, dass du viel auf den Kasten hast. Sei stolz darauf und zeig es allen!

Lisa Kalina

Als waschechte Hamburgerin liegt es ziemlich nahe, wofür Lisas Herz schlägt: Handball, HSV, Franzbrötchen und natürlich Emanzipation.

Beruf: Master-Studentin „International Sport Development and Politics“ an der  Deutschen Sporthochschule Köln

Sportbezug: Handball, Fußball, Laufen, Studium, HYROX, Praktikum beim DFB

Lisa Kalina: Die volle Story

„Du studierst Politikwissenschaft? Im Bachelor? Und was willst du dann damit machen? Gut bezahlter Taxifahrer werden?“ Diese und ähnliche Fragen habe ich mir nach dem Beschluss, Politik zu studieren, die folgenden drei Jahre immer wieder anhören müssen.

Und dann war’s im März 2018 endlich soweit: Bachelorarbeit abgegeben, Studienabschluss in der Tasche und wieder die Frage „Und jetzt? Was willst du damit machen?“

Als ich klein war hatte ich immer gehofft, dass ich später mal mit Sport mein Geld verdienen würde. Am liebsten natürlich professionelle Handballspielerin, aber mit meiner Wurfhärte von 10 km/h und einer Sprintstärke, die eher an Ailton in seinen breiteren Tagen als an Aubameyang erinnert, wurde mir schnell klar, dass diese Option aussichtslos erscheint. Den Sportjournalismus hatte ich nach einem Schülerpraktikum an den Nagel gehängt, für das Radio ist meine Stimme untauglich – und jetzt?

Google anschmeißen und die Begriffe „Politik; Sport; Masterstudium“ eingeben, mal schauen, was dabei rauskommt. Und da war’s auf einmal, schwarz auf weiß: „M.A. International Sport Development and Politics“ an der Sporthochschule Köln. Klingt etwas sperrig, aber hey, Englisch kann ich einigermaßen und die Kombination aus Sport und Politik, das ist es!

Die Tatsache, dass das Studium in Köln sein wird, habe ich erst einmal etwas verdrängt. Von meinem Heimathafen ist das ja gar nicht so weit, vier Stunden Fahrt und der Flixtrain fährt mittlerweile auch regelmäßig, da kann ich bestimmt am Wochenende zu meinen Handballspielen fahren und ab und zu auch mit trainieren. Immerhin bin ich doch Kapitän, meine Mannschaft braucht mich und statt Dienstag und Donnerstag zum Training, gehe ich halt ab und zu laufen, das passt schon. Dachte ich.

Jetzt bin ich seit fast zwei Jahren in Köln, war in der Zeit viel zu selten beim Handballtraining und habe, wenn überhaupt, bei den entscheidenen Spielen auf der Bank gesessen. Aus meiner anfänglichen Idee, einfach weiter aktive Spielerin meiner Mannschaft zu bleiben, ist die Erkenntnis geworden, dass man sich selber weiterentwickeln muss, um nicht stehen zu bleiben. Teil der Mannschaft bleibe ich zum Glück sowieso, auch mit einer Einsatzzeit von höchstens 8 Minuten in der kommenden Saison.

Ein Abschied tut immer weh, aber er öffnet gleichzeitig auch viele neue Möglichkeiten. Mittlerweile gehe ich zweimal die Woche Laufen, habe Spikeball und Yoga ausprobiert, habe an einem Halbmarathon teilgenommen und spiele seit Jahren Abstinenz wieder Fußball beim Unisport.

Auch wenn ich meine Mannschaft, die Routine und das Gefühl, vertraut mit einem Sport zu sein, vermisse, merke ich jetzt umso mehr, wie viel vielfältig Sport doch sein kann.

Und wenn mich heute wieder jemand fragt, was ich nach meinem Studium denn nun machen will, hab ich immerhin etwas Gewissheit gewonnen: „Irgendwas mit Sport.“

Mein Tipp an andere:

Trau Dich, aus Deiner Komfortzone rauszukommen. Sobald eine neue Chance da ist, greif zu, auch wenn es sein kann, dass Du Dich am Anfang unwohl fühlst und vielleicht auch mal auf die Schnauze fällst. Aufstehen, Dreck abklopfen und weiter machen!

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